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Aktualisierte Schnellschätzungen der Beschäftigung: der Arbeitsmarkt bleibt unter Druck 2013-10-04

Die unselbständige Beschäftigungsrate schrumpft auch weiterhin im zweiten Quartal des Jahres 2013. Sowohl an der Zahl der Arbeitsplätze am 30. Juni 2013 als auch am Arbeitsvolumen in Vollzeitäquivalenten gemessen, wird gegenüber dem zweiten Quartal 2012 eine Senkung (-0,7%) der unselbständigen Erwerbstätigkeit festgestellt. Der Einbruch auf Jahresbasis hat jedoch im zweiten Quartal 2013 nicht weiter zugenommen (siehe Figur 1).

Evolution of Angestelltenverhältnis in der Privatwirtschaft

Figur 1: Evolution of Angestelltenverhältnis in der Privatwirtschaft

Mehrere sektoren bleiben unter Druck

Die derzeitige Verlangsamung der Konjunktur wird durch eine verminderte Inlandsnachfrage (beschränktes Konsumentenvertrauen, Einsparungen bei den öffentlichen Behörden) gekennzeichnet. Die Beschäftigungslage steht hierdurch in mehreren Bereichen (Bauwesen, Handel, Hotel – und Gaststättengewerbe, finanzielle Dienste, öffentliche Verwaltung, …) unter Druck.

Überdies sind die Folgen von strukturellen Maßnahmen (Umstrukturierungen, Niederlassungsschließungen) nur eine ganze Weile nach deren Ankündigung in den Beschäftigungszahlen spürbar. Bestimmte dieser Maßnahmen haben bereits jetzt einen Effekt (vor allem in der Industrie und den finanziellen Diensten), während andere nur während der nächsten Quartale merklich werden.

Industrie und Bauwesen

Die Erwerbstätigkeit in den Arbeitsmarktsegmenten "Industrie und Bauwesen" geht in einem beschleunigten Tempo zurück. In der Industrie beträgt der Rückgang der Beschäftigung im zweiten Quartal 2013 bereits -2,7% an Arbeitsplätzen und an Arbeitsvolumen in Vollzeitäquivalenten gegenüber dem zweiten Quartal 2012. In der “Industrie” werden die Folgen van Schließungen von Niederlassungen und Abteilungen auch während der folgenden Quartale noch die Beschäftigungslage beeinflussen. Die Entwicklung der Beschäftigung im Bauwesen, die bis vor einigen Quartalen noch im Vergleich zur Lage der “Industrie” positiv war, kennt einen starken Rückgang und beträgt bereits jetzt -2,6% auf Jahresbasis.

Kommerziellen Dienstleistung

Im Arbeitsmarktsegment der “Kommerziellen Dienstleistung” gibt es sowohl an der Zahl der Arbeitsplätze wie auch an der Zahl des Arbeitsvolumens in Vollzeitäquivalenten gemessen einen Rückgang von beziehungsweise -0,7% und -0,6%. Dieser Rückgang ist insbesondere in den Bereichen des Handels, des Transports, des Hotel – und Gaststättengewerbes und der finanziellen Dienste festzustellen.  

Nichtkommerziellen Dienstleistung

Im Segment der "Nichtkommerziellen Dienstleistung" wird noch eine Verbesserung der Zahl der Arbeitsplätze (+0,4%) und des Arbeitsvolumens (+0,7%) gegenüber dem vorigen Jahr registriert. Das Wachstempo ist im Vergleich zu den vorigen Jahren jedoch stark zurückgegangen infolge einer negativen Beschäftigungsentwicklung im Bereich der öffentlichen Verwaltung, einer Stagnation im Unterrichtswesen und einer niedrigeren Wachstumsrate in den Sektoren der Krankenpflege und der Sozialdienstleistungen.      

Zeitarbeitssektor: erste Anzeichen für eine Erholung?

Die verringerte Nachfrage nach Arbeitskräften führt auch eine Senkung der Beschäftigung von Zeitarbeitern herbei. Der Zeitarbeitssektor kennt im zweiten Quartal 2013 einen Rückgang des Arbeitsvolumens um ungefähr 6,5% gegenüber dem zweiten Quartal 2012 (-8,5% bei den Handarbeitern, -5% bei den Angestellten). Die Senkung der Beschäftigungsrate ist gegenüber dem vorigen Jahr jedoch ein bisschen beschränkter als im ersten Quartal 2013 und dies vor allem infolge eines wenig starken Rückgangs bei den Arbeitern.

Reduzierte Wachstum der Dienstleistungsschecks

Die Nachfrage nach Arbeitskräften in den privaten Haushalten mittels des Systems der Dienstschecks nimmt noch immer weiter zu (Wachstum auf Jahresbasis : +5,7% an Arbeitsplätzen, +7% in Arbeitsvolumen). Die Wachstumsraten sind trotzdem während der letzten Quartale stark zurückgegangen.

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